Jesaja 55,8-9: Er sagt: „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und meine Wege sind nicht eure Wege. Denn wie der Himmel die Erde überragt, so sind auch meine Wege viel höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken…“
Vielleicht kennst du das auch? Du bist bei einer Geburtstagsparty im Kreis deiner Familie. Die Tante Soundso hast du schon eine ganze Weile nicht gesehen. Sie kommt schnurgerade auf dich zu und fragt ganz direkt und unverblümt: „Na Melanie, was macht die Liebe? Bist du denn immer noch Single?“ Oder du hast Post im Briefkasten gefunden. Wunderbar, die Einladung zu nächsten Hochzeit! Das gefürchtete Kästchen namens „Plus 1“ kannst du jedoch wieder nicht ankreuzen. Arrgh! Das ist doch zum Mäusemelken…
Ich kann ehrlich sagen, dass ich die meiste Zeit über sehr gerne Single bin. Diese Zeit, in der ich mich nur um mich selbst zu kümmern brauche, bringt sehr viele Freiheiten mit sich. Ich bin Niemandem Rechenschaft schuldig und wenn ich einen Abend auf der Couch verbringen möchte und dabei eine ganze Tüte Chips alleine esse… wen stört es? Außerdem kann ich mich jederzeit spontan mit Freunden verabreden. Ich muss mich mit Niemandem abstimmen, was meine Termine angeht. Und doch… es gibt diese Momente, da fühlt es sich nicht ganz so prickelnd an. Das Warten. Ich kenne Niemanden, der gerne wartet. Ob das jetzt das Warten auf eine Partnerschaft ist, das Warten auf einen neuen Job, auf die lang ersehnte Heilung von einer Krankheit, auf eine neue Wohnung oder auf das Wunschkind… Fakt ist: Jeder hat etwas, worauf er wartet. Wir sind damit nicht allein. Doch während wir warten, warten auch einige Herausforderungen auf uns. Beispielsweise Gedankenkonstrukte – Lügen – die wir beginnen zu glauben und die sich in unserem Denken manifestieren und die uns eventuell gar nicht mehr loslassen wollen. Dabei geht uns oft die Freude verloren, die wir doch gerade im Warten so nötig haben.
Aus diesem Grund habe ich hier 5 typische „Lügen“ zusammengestellt, die ich während meiner Wartezeit lange geglaubt habe und die mir meine Freude regelrecht geraubt haben. Gegenüber stelle ich 5 Prinzipien für mehr „Freude“ im Warten, die mir persönlich geholfen haben Lachen, Genuss und echte Heiterkeit in meinem Leben zurückzuerobern.
#Lüge1: „Gott lässt mich warten, weil er mich bestrafen will.“
Manchmal wird behauptet, dass „Sünde“ für unser Warten verantwortlich ist. Sünde ist nur ein anderes Wort für Verfehlung, wie die Verfehlung eines Ziels. Mir ist es schon passiert, dass Jemand versucht hat, mir mit diesem Begriff Angst zu machen und behauptet hat, meine Sünde wäre der Grund weshalb das, was ich mir wünsche, nicht passiert. In meinem Fall handelte es sich um einen unerfüllten Kinderwunsch. Ich lebte mit einem Mann zusammen, mit dem ich nicht verheiratet war. Heute weiß ich, dass ich nur in einem geschützten Rahmen und von Gott gesegneten Ehe ein Kind bekommen wollen würde und bin dankbar, dass es nicht geklappt hat. Jedoch bin ich überzeugt, dass mein Verhalten nicht der Grund war, weshalb ich nicht schwanger wurde. Ein gutes Gegenbeispiel finden wir in Lukas 1,6-7: „Beide aber waren gerecht vor Gott und wandelten untadelig in allen Geboten und Satzungen des Herrn. Und sie hatten kein Kind, weil Elisabeth unfruchtbar war; und beide waren in ihren Tagen weit vorgerückt.“ Elisabeth hielt sich an Gottes Gebote und war trotzdem unfruchtbar.
Gottes Gnade ist unendlich groß, größer als unsere Taten oder unser Verhalten. Sie besteht für immer und wird nie enden. Hebräer 4,16: „Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe!“
Seine Gnade ist unabhängig von unserem Verhalten und seine Liebe ist bedingungslos. Psalm 103,8-13: „Barmherzig und gnädig ist der HERR, langsam zum Zorn und groß an Gnade. Er wird nicht immer rechten, nicht ewig zürnen. Er hat uns nicht getan nach unseren Vergehen, nach unseren Sünden uns nicht vergolten. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, so übermächtig ist seine Gnade über denen, die ihn fürchten. So fern der Osten ist vom Westen, hat er von uns entfernt unsere Vergehen. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten.“
Warten ist also keine Strafe von Gott, sondern Warten gehört zum Leben dazu.
#Freude1: „Leben in der Gegenwart“
Der Begriff Gegenwart ist hier im doppelten Sinn gemeint: Einerseits die Zeitform, weder nach der Vergangenheit noch nach der Zukunft orientiert zu leben, sondern in der Gegenwart und andererseits in der Gegenwart Gottes. In Gottes Gegenwart zu sein, erfüllt mich mit Freude, Hoffnung und Zuversicht. Psalm 118,24: „Dies ist der Tag, den der HERR gemacht hat! Seien wir fröhlich und freuen wir uns in ihm!“
Oft ist es unvorstellbar glücklich zu sein, bis wir das haben, was wir uns von Herzen wünschen. Wir verinnerlichen Sätze wie: „Ich werde erst wieder glücklich sein, wenn…“ oder „bis dahin, kann ich mich nicht freuen…“ Diese selbst auferlegten Regeln gilt es los zu werden. Nicht auf die Zukunft konzentriert zu leben, sondern im Hier und Jetzt. Matthäus 6,34: „So seid nun nicht besorgt um den morgigen Tag! Denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat an seinem Übel genug.“
#Lüge2: „Gott möchte nicht, dass ich glücklich bin.“
Matthäus 7,9-11: „Oder welcher Mensch ist unter euch, der, wenn sein Sohn ihn um ein Brot bittet, ihm einen Stein geben wird? Und wenn er um einen Fisch bittet, wird er ihm eine Schlange geben? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater, der in den Himmeln ist, Gutes geben denen, die ihn bitten!“
In manchen Momenten tragen Dinge wie Leid oder Selbstaufgabe dazu bei, dass wir heiliger und reiner werden. Wenn wir Wünsche oder Dinge, auf die wir fixiert sind, loslassen, dann befreit uns das und öffnet unsere Hände für neue Dinge. In meinem Fall hat die Aufgabe einer ungesunden Beziehung (obwohl ich mir so sehr wünschte, dass es funktionieren würde) zu wahrem Segen und wahrer Freiheit geführt.
Oft wachsen wir am Meisten mitten im Schmerz. Ähnlich wie beim Training von Muskeln im Fitnessstudio bemerken wir das Wachstum erst dann, wenn wir das Gewicht erhöhen. Während des Trainings spüren wir Schmerz und es fühlt sich nicht unbedingt gut an. Genau in diesem Moment des Schmerzes wachsen unsere Muskeln und wir lernen mit größeren Herausforderungen umzugehen.
Gott ist besorgt um uns, wie Eltern um ihre Kinder. Er möchte, dass wir wachsen und vorankommen. Das heißt nicht, dass Gott möchte, dass wir unglücklich sind!
Jesaja 30,18-19: „Und darum wird der HERR darauf warten, euch gnädig zu sein, und darum wird er sich erheben, sich über euch zu erbarmen. Denn ein Gott des Rechts ist der HERR. Glücklich alle, die auf ihn harren! Ja, du Volk aus Zion, das in Jerusalem wohnt, du wirst nicht mehr weinen! Er wird dir gewiss Gnade erweisen auf die Stimme deines Hilfegeschreis. Sobald er hört, wird er dir antworten.“
Jeremia 29,11: „Denn ich kenne ja die Gedanken, die ich über euch denke, spricht der HERR, Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu gewähren.“
#Freude2: „Tägliche Geschenke“
Johannes 10,10: „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben.“
Wie wäre es, wenn wir unser Herz neu öffnen, für Geschenke, die Gott täglich für uns bereit hält? Manchmal sieht so ein Geschenk ganz anders aus, als wir uns vorstellen. Es ist nicht nur eine Frage der Perspektive, in gewissen Fällen wünschen wir uns auch die falschen Dinge. Dinge, die uns nicht gut tun würden und schon gar nicht glücklich machen. Wichtig dabei ist auch, offen zu bleiben und die kleinen Dinge nicht zu übersehen.
Johannes 15,1-11: „Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner. Jede Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, die nimmt er weg; und jede, die Frucht bringt, die reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe. Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir und ich in euch! Wie die Rebe nicht von sich selbst Frucht bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, so auch ihr nicht, ihr bleibt denn in mir. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt; und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch geschehen. Hierin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet. Wie der Vater mich geliebt hat, habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben, wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch sei und eure Freude völlig werde.“
Vielleicht hast du aufgehört nach Geschenken von Gott zu fragen… wie könnten solche Geschenke aussehen? Was erhoffst oder erwartest du von Gott? Vielleicht versuchst du einfach heute neu darum zu bitten…
Matthäus 7,7-11: „Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet werden! Denn jeder Bittende empfängt, und der Suchende findet, und dem Anklopfenden wird geöffnet werden. Oder welcher Mensch ist unter euch, der, wenn sein Sohn ihn um ein Brot bittet, ihm einen Stein geben wird? Und wenn er um einen Fisch bittet, wird er ihm eine Schlange geben? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater, der in den Himmeln ist, Gutes geben denen, die ihn bitten!“
#Lüge3: „Gott lässt mich warten, weil er nicht möchte, dass ich bekomme was ich mir wünsche.“
Das Warten wird oft als Zeichen für ein Nein interpretiert. Aber bis ein Nein kommt, bis die Tür sich wirklich schließt, ist es eben kein Nein.
Im Warten haben wir die Freiheit nach Gott zu suchen und ihn zu fragen was sein Wille ist. Es kommt auch vor, dass wir im Warten feststellen, dass sich unsere Wünsche ändern und wir das, worauf wir gewartet haben, eigentlich gar nicht wollen. Oder wir selbst verändern uns während des Prozesses des Wartens.
Oft sehnen wir uns einfach danach Gottes Stimme zu hören und schnell eine Antwort zu bekommen, aber es geht darum Zeit mit Gott zu verbringen, in Beziehung mit ihm zu leben. Und ihm zu vertrauen, darauf zu vertrauen, dass er nie zu spät kommt und ihm auch die Zeit anzuvertrauen, das Warten anzuvertrauen. Das ist ein Zeichen von Demut und von vertrauter und vertrauensvoller Beziehung.
Psalm 27,14: „Harre auf den HERRN! Sei mutig, und dein Herz sei stark, und harre auf den HERRN!“
Gott lässt mich also nicht warten, weil er nicht möchte, dass ich bekomme was ich mir wünsche, sondern vielleicht lässt er das Warten zu, weil er sich nach mir sehnt.
Philipper 4,4-6: „Freut euch im Herrn allezeit! Wiederum will ich sagen: Freut euch! Eure Milde soll allen Menschen bekannt werden; der Herr ist nahe. Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden; und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus.
#Freude3: „Perspektive der Ewigkeit“
Dinge dieser Welt sind vergänglich. Wir Christen haben das Vorrecht und die Segnung, uns auf die Ewigkeit freuen zu können.
Unser Leben hier auf der Erde ist begrenzt. In Ewigkeit werden wir die perfekte Liebesbeziehung mit Gott haben, von Angesicht zu Angesicht! Alle Beziehungen hier sind nur ein schwacher Vorgeschmack darauf.
1. Korinther 13,12: „Denn wir sehen jetzt durch einen Spiegel, dunkel, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich ganz erkennen.“
Jesus spricht davon, dass im Himmel Beziehungen anders sein werden. (vgl. Lukas 20,27ff.) Während wir hier leben, können wir anhand von Beziehungen lernen, aber wir sollten uns auf die perfekte Beziehung zu Gott in der Ewigkeit freuen! (vgl. Jesaja 54: Gott ist mein Ehemann)
Epheser 5,21-33: „Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi, die Frauen den eigenen Männern als dem Herrn! Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist, er als der Retter des Leibes. Wie aber die Gemeinde sich dem Christus unterordnet, so auch die Frauen den Männern in allem. Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, sie reinigend durch das Wasserbad im Wort, damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei. So sind auch die Männer schuldig, ihre Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst. Denn niemand hat jemals sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es, wie auch der Christus die Gemeinde. Denn wir sind Glieder seines Leibes. „Deswegen wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein.“ Dieses Geheimnis ist groß, ich aber deute es auf Christus und die Gemeinde. Jedenfalls auch ihr – jeder von euch liebe seine Frau so wie sich selbst; die Frau aber, dass sie Ehrfurcht vor dem Mann habe!“
Ich als Frau finde diese Stelle schon herausfordernd, will aber meine Zeit als Single nutzen um zu lernen was es bedeutet eine Beziehung so zu führen, wie Jesus es vorlebt. Eine Beziehung, die sich an der Liebe Gottes zu seinen Menschen orientiert, als das perfekte Vorbild.
#Lüge4: „Wenn ich nicht perfekt warte, wird Gott mir nicht geben, was ich mir wünsche.“
Wenn ich nicht genug Glauben habe, nicht genug Bete, wenn ich sündige usw. dann lässt Gott mich warten. Die Geschichte von der Heilung einer blutflüssigen Frau in Matthäus 9,22 (Jesus aber wandte sich um, und als er sie sah, sprach er: Sei guten Mutes, Tochter! Dein Glaube hat dich geheilt. Und die Frau war geheilt von jener Stunde an.) wird von Manchen so interpretiert, dass es den „richtigen“ Glauben bräuchte, um geheilt zu werden.
Wir verstehen oft nicht warum Gott heilt oder warum er nicht heilt. Aus der Schrift sehe ich kein „Schema F der Heilung“, sondern unterschiedlichste Wege, wie Gott wirkt. Jedenfalls kann der Umkehrschluss „kein Glaube, keine Heilung“ nicht richtig sein. Gott ist nicht limitiert in seinem Wirken durch unsere Einstellung oder unsere Entscheidungen. Diese Auslegung ist ein Paradebeispiel dafür, was passieren kann, wenn wir Verse aus dem Kontext reißen. Im selben Kapitel heilt Jesus durch Sündenvergebung und durch Dämonenaustreibung. Ich empfehle wärmstens immer ganze Kapitel und nach Möglichkeit auch das Kapitel davor und danach zu lesen. (Auf http://www.dasbibelprojekt.de gibt es tolle Videos, die ganze Bücher der Bibel sehr gut und verständlich zusammen fassen. Dort kann man sich den Kontext leicht und schnell erschließen.)
Ich habe lange geglaubt Gott bestraft mich für meine Sünden. In Wahrheit hat Jesus bereits die Strafe getragen. Gott ist gerecht. Er sieht meine Sünde nicht mehr. Beichte und Buße (ein anderes Wort für Umkehr) ist jedoch ein wichtiges Thema, das oft vernachlässigt wird.
Manchmal wird unser Herz auch auf die Probe gestellt. Warten formt und verändert uns, aber Gott erwartet keine Perfektion von uns. Er versteht unseren Schmerz. Er hat uns erschaffen mit Emotionen und will uns so haben, wie wir sind.
#Freude4: „Freude und Leid in Einem“
Liedtext aus „Mein ganzes Leben“: Ich will dich kennen Herr und deine Herrlichkeit
Die Freude, die du teilst, sogar in deinem Leid…
Auch wenn unser Leben manchmal ein großes Fragezeichen ist… Freude und Leid können gleichzeitig existieren!
Sprüche 14,13: „Sogar beim Lachen kann das Herz Kummer haben, und zuletzt wird aus Freude Traurigkeit.“
Für mich persönlich ist es gleichzeitig eine so tiefe Freude, dass Gott mir zuspricht mein Ehemann zu sein (vgl. Jesaja 54,5 – eigentlich ist damit das Volk Israel gemeint, sein Volk, also auch ich) und im selben Moment empfinde ich eine gewisse Traurigkeit darüber, dass Gott eventuell mein einziger Mann bleiben wird und ich vielleicht nie heiraten werde. Dann erinnere ich mich daran, was Gott in meinem Leben alles getan hat, und wie viel besser es ist mit ihm zu leben, als alles was ich mir je vorgestellt habe. Dass er meine tiefste Freude und meine tiefste Erfüllung ist und immer sein wird.
Erinnerst du dich, dass ich von meinem unerfüllten Kinderwunsch berichtet habe, der wirklich sehr schmerzhaft für mich war? Vor Kurzem durfte ich an der Babyparty einer Freundin teilnehmen. Auf dem Weg nach Hause fragte mich eine andere Freundin, wie ich den Tag erlebt hätte und ob es schwer für mich gewesen sei, das Glück meiner Freundin zu beobachten. In diesem Moment traf mich die Erkenntnis: Ich hatte nicht mal darüber nachgedacht. Früher wäre das undenkbar gewesen. Ich hatte jahrelang Partys wie diese gemieden, um mich nicht Situationen aussetzen zu müssen, in denen ich traurig bin, sogar Neid empfinde und mich noch schlechter fühlte aus Scham vor dieser Eifersucht. Heute empfinde ich tiefe Dankbarkeit und Freude darüber, frei von diesem Wunsch (fast zwanghaftem Warten) zu sein und mich für andere von ganzem Herzen freuen zu können.
Es ist nicht sündhaft traurig zu sein. Es ist ok. Es gibt hier kein Schwarz und Weiß. Wenn die Trauer zu groß wird, ist es auch vollkommen ok professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen! Eine Kombination mit Gebet kann sehr kraftvoll sein. Bitte bleibe nicht alleine mit deinem Schmerz.
#Lüge5: „Alles zu seiner Zeit…“
Das, was man so oft hört, könnte vielleicht gar nicht stimmen: „Wenn die Zeit reif ist, wird es passieren“ (vgl. Prediger 3) Ich weiß, dass dieser Satz ein großer Trost sein kann, aber wenn man genauer hin schaut, kann es sogar noch tröstlichere Gedanken dahinter versteckt geben…
Deine Entscheidungen, deine Meinung, deine Sehnsüchte machen einen Unterschied.
Dein Gebet hat Kraft!
Ist alles vorherbestimmt? Apostelgeschichte 17,26-27: „Und er hat aus einem jede Nation der Menschen gemacht, dass sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, wobei er festgesetzte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnung bestimmt hat, dass sie Gott suchen, ob sie ihn vielleicht tastend fühlen und finden möchten, obwohl er ja nicht fern ist von jedem von uns.“ und Psalm 139,16: „Meine Urform sahen deine Augen. Und in dein Buch waren sie alle eingeschrieben, die Tage, die gebildet wurden, als noch keiner von ihnen da war.“ können so interpretiert werden, dass Gott unsere Wege bereits vorherbestimmt hat. Gott hat uns jedoch nach seinem Ebenbild erschaffen und wir dürfen frei entscheiden, auch den falschen Weg gehen. Römer 8,28: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind.“
Gott ist allmächtig und flexibel genug um uns trotz unserer eigenen Entscheidungen zu führen und zu leiten. Manchmal führt das vielleicht zu Umwegen, aber Gott bleibt souverän und seine Ziele mit uns werden sich erfüllen.
Ein gutes Beispiel für das Zusammenspiel von Gottes Wirken und menschlicher Intervention ist das erste Wunder, das Jesus wirkte, nämlich Wasser zu Wein zu verwandeln. Maria bittet ihn es zu tun und Jesus reagiert darauf.
#Freude5: „Dankbarkeit“
Dankbarkeit und die Konzentration auf positiven Dinge führen unweigerlich zu Freude. Philipper 4,8: „Übrigens, Brüder, alles, was wahr, alles, was ehrbar, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was liebenswert, alles, was wohllautend ist, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob gibt, das erwägt!“
Mach dir jeden Morgen bewusst, worauf du dich an diesem Tag freust und wofür du dankbar bist. Mach dir jeden Abend bewusst, was an diesem Tag positiv war und wo du Gottes Wirken gesehen hast. Oft können wir das Gute nicht sehen, obwohl es direkt vor uns ist. Wir verpassen Gelegenheiten das Gute bewusst wahrzunehmen.
Ich vergleiche das Leben gerne mit einer Bergwanderung. Ich liebe es zu wandern. Es gibt diese Gipfelmomente wie Hochzeiten, Beförderungen, Momente in denen Alles perfekt zu sein scheint. Aber das Leben findet meistens zwischen den Gipfeln statt, auf langen Talwanderungen, Aufstiegen und Abstiegen zwischen den Gipfeln. Das Leben ist der Weg und die Gipfel sind nur kurze Ausschnitte davon. Daher gilt es, die Aussicht zu genießen! Mit Freunden zu lachen, Hindernisse zu überwinden, am Lagerfeuer zu sitzen und in Stürmen der Macht Gottes zu vertrauen.
Von Schwierigkeiten, den Aufstiegen, erzählen wir unser Leben lang und profitieren von dem, was wir dabei gelernt haben. Es ist wichtig Freude zu erleben auf allen Wegen, egal wie sie aussehen. Dabei können einfache Entscheidungen helfen. Hoffnung zu bewahren, dass meine Wünsche sich erfüllen. Freude zu empfinden über das, was ich habe, in der Gegenwart. Zu beten für Segen und Dankbarkeit zu empfinden, für bereits empfangenen Segen. Und sich immer an kleine und große Geschenke zu erinnern! Dabei können Dankbarkeitstagebücher, Gebetstagebücher, oder Listen von Versen helfen, die mich ermutigen. Einer meiner liebsten Verse ist: Matthäus 6,33: „Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit! Und dies alles wird euch hinzugefügt werden.“
Fragen zur Reflektion:
Gibt es eine Lüge, die du bisher geglaubt hast?
Welches Prinzip für mehr Freude möchtest du in Zukunft in dein Leben integrieren?
Wie geht es dir persönlich als Single, welche Herausforderungen hast du und mit wem kannst du darüber sprechen?