Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist geben

Das Leben ist manchmal wie eine Reise, nicht wahr? Ich nehme euch gerne mit, auf einem Stück meines Weges…
Anfang letzten Jahres sind meine lange gehegten Herzenswünsche und Pläne einfach geplatzt, wie eine Seifenblase. Lange hatte ich mit meinem damaligen Freund daran gearbeitet ein Kind zu bekommen. Alles war vorbereitet, das Nest fertig gebaut. Nach einiger Zeit des Bangens, des
Wartens und vielen, vielen Kämpfen, hat mein damaliger Freund mich verlassen und ich musste mein Umfeld aufgeben. Es hat sich angefühlt, als würde der Boden unter meinen Füßen weg brechen.
Nach einigen Monaten weiterer Kämpfe, musste ich mir eingestehen, dass ich es alleine nicht heraus schaffe aus diesem Strudel, der mich immer tiefer nach unten ziehen wollte. Tief im Morast steckte ich fest und alles Strampeln verschlimmerte meine Situation nur und ich sackte immer tiefer ein.
Irgendwann, endlich, nach so vielen Jahren des Kämpfens, kapitulierte ich und streckte meine
Waffen. Ich habe zugelassen, dass Gott sich um mich kümmern darf. Verstand ganz zaghaft, dass ich vielleicht doch nicht alles alleine machen muss. Zu diesem Zeitpunkt (ca. ein Jahr nach der Trennung, Anfang 2019) war ich bereits 20 Jahre lang Christin. Nach so langer Zeit stellte ich fest, dass ich auch nach 20 Jahren regelmäßiger Gottesdienst‐ und Hauskreisbesuche diesen Gott, von dem ich immer in der Bibel las, kaum kannte. Ich begann nach ihm zu suchen und sprach offen und ehrlich zu ihm und bat ihn darum, ihn kennen lernen zu dürfen.


Sehr viel ist seitdem passiert. Gott hat sich mir auf Arten gezeigt, die ich nie für möglich gehalten hätte. Mir ist bewusst, dass er nur auf diesen Moment der Kapitulation gewartet hat. Alles andere hatte er längst für mich vorbereitet. Durch einen „Zufall“ (Zufälle gibt es natürlich bei Gott nicht) konnte ich spontan mit zu einer Frauenkonferenz im Glaubenszentrum Bad Gandersheim fahren. Dort angekommen, war ich noch ziemlich nüchtern gestimmt. Am ersten Abend sprach eine sehr sympathische Frau auf der Bühne zu uns, dass Gott für jede Frau ein Stück Kuchen vorbereitet hätte. Mit oder ohne Sahne, wie es die diejenige eben mag. Ich fand diesen Satz ziemlich profan und überhaupt nicht ansprechend. Meine Erwartungen waren nicht besonders hoch.
Direkt am nächsten Morgen erlebte ich während der ersten Lobpreiszeit, wie Gott mein Herz
geöffnet hat. Mein Schmerz floss in Strömen aus mir heraus, solange bis sich unter mir eine
regelrechte Pfütze meiner Tränen gesammelt hat. Das war der Beginn meines Heilungsprozesses.
Viele Seminare, Predigten und Zeiten der Anbetung, die wie durch einen „Zufall“ alle aufeinander aufbauten, wie zugeschnitten auf mich persönlich, nahmen mein Herz auseinander und setzten es in der richtigen Reihenfolge wieder zusammen. Der Vers 26 aus Hesekiel 36 wurde Realität in meinem Leben: „Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist geben. Ja, ich nehme das versteinerte Herz aus eurer Brust und gebe euch ein lebendiges Herz.“ Gott hatte also tatsächlich das perfekte Stück Kuchen für mich vorbereitet.


Ich kam als neuer Mensch von dieser Frauenkonferenz zurück und auch jetzt, nach mehr als einem Jahr danach, hört die neu gewonnene Freude nicht auf. Jeden Tag aufs Neue erlebe ich Gottes Gnade, seine Liebe, seinen Zuspruch und ich erlebe wie sich wahre Freiheit anfühlt. Meine tiefste Sehnsucht ist es Gott näher kennen zu lernen und jeden Tag, bis in die Ewigkeit, ganz nah bei ihm zu sein. Ich möchte endlich lernen die richtigen Waffen einzusetzen. Für ihn kämpfen und nicht für mich. Daher habe ich den Entschluss gefasst Theologie zu studieren und mein Leben zu investieren, um an seinem Reich zu bauen. Nicht weil meine Werke einen Unterschied machen, sondern weil er den Unterschied macht in meinem Leben. Amen?

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