Attribute Gottes

Über die Eigenschaften Gottes kann man aus verschiedenen Quellen Rückschlüsse ziehen. Die Bibel, als Wort Gottes, betrachte ich dabei als zuverlässige Quelle. Durch eigene Erfahrungen, Betrachtungen der Schöpfung Gottes und durch Zeit, die ich mit Gott verbringe, verdichten sich die Informationen zu einem Gesamtbild. Dabei sind die jeweiligen Perspektiven nicht als statisch anzusehen. Das Bild kann variieren und verändert sich im Laufe meines Lebens. Im Besten Fall verhält es sich ähnlich zu einer Kamera-Linse. Mein Gottesbild wird zeitweise diffuser, um sich dann erneut auf gewisse Einstellungen und Perspektiven zu fokussieren und klarer zu werden. Diese Einstellungen verändern sich und beleuchten dadurch unterschiedliche Aspekte zu verschiedenen Zeiten und Phasen meines Lebens.

Die eindrucksvolle Perfektion der Schöpfung weist für mich, ohne Zweifel, auf eine planende Schöpferkraft Gottes hin. Dass die Schöpfung ein Zufallsprodukt sein könnte, ist für mich ausgeschlossen. Ich kann Gottes ewige Existenz nicht leugnen, wenn mir seine unendliche Kraft und Vollmacht bewusstwird, die Grundlage zur Erschaffung der Welt ist. In Römer 1,20 und Psalm 90,2 lesen wir von dieser Schöpfungskraft, die meine Hochachtung verdient.

Hebräer 13,8 gibt hingegen Aufschluss über die Tatsache, dass Jesus Christus existierte bevor die Schöpfung war, dass er als Mensch für uns greifbar nah und trotzdem weiterhin Gott war und jetzt zur Rechten des Vaters sitzt. Für mich persönlich bedeutet das, dass dieser Gott nicht nur unveränderlich ist, sondern auch tatsächlich erreichbar ist und ich mit ihm Gemeinschaft haben kann. Ich kann mich darauf verlassen, dass Gott derselbe bleiben wird und seine Meinung über mich nicht ändert. Jakobus 1,17 besagt, er hat Gutes für mich im Sinn und dieses Versprechen bleibt immer bestehen. Nach 2. Mose 3,14f. gilt der Name Gottes „ich bin, der ich bin“ für alle Zeiten. Gott ist, wer er ist und verändert sich nicht. Mit einem Namen verbindet man meist unterbewusst gewisse Eigenschaften. Allein die Nennung eines Namens führt durch Prägungen und gewonnene Erfahrungen des Lebens bereits zu Assoziationen. Der neutrale Name „ich bin, der ich bin“ verhindert diese gedanklichen Reflexionen und Kombinationen. Gleichzeitig lädt er dazu ein, darüber nachzudenken, wer Gott ist und welche Eigenschaften er hat, beispielsweise dass er unveränderlich ist.

Aus der Geschichte, die Gott mit seinem Volk in der Vergangenheit geschrieben hat, wie beispielsweise 2. Mose 6,2f. berichtet, kann ich lernen, dass er seine Versprechen hält und zu seinem Wort steht, egal was passiert. Seine Allmacht wird unter anderem in Jeremia 32,17 und Jesaja 14,27 deutlich. Mir wird bewusst, wie unbedeutend meine Schwierigkeiten im Alltag sind. Im Vergleich zu seiner Macht wirkt jeder Konflikt lösbar. Gott ist Herrscher über jedes Land in der Welt (vgl. 2. Chronik 20,6). Unruhen, Kriege oder Pandemien können mich beunruhigen. Zu wissen, dass Gott auch hierüber wacht, gibt mir die Kraft ihm alles anzuvertrauen und ihm die Führung meines Lebens zu übergeben. Ich kann ruhig werden und mich Gott anvertrauen. 

Auch wenn ich vielleicht Zeiten erlebe, in denen ich mich Gott nicht nahe fühle und ihm weniger Platz in meinem Leben einräume, mache ich die Erfahrung, dass er mich nie allein lässt. Er geht mir nach und begleitet mich. Der Psalmist drückt das in Psalm 139,7-10 aus. Auch in 1. Könige 8,27 wird die Allgegenwärtigkeit Gottes deutlich. Gerade in der momentanen Phase, der Zeit der Corona-Pandemie, erlebe ich wie Gott außerhalb von Kirchengebäuden und Zusammenkünften wirkt. Sein Geist ist präsent, wo auch immer wir ihn anbeten. Gottes Versprechen in Matthäus 28,20 bei uns zu sein, bis zum Ende der Welt, erfüllt mich mit Dankbarkeit und Freude.

Oft hindern mich Scham oder Feigheit daran, mit meinen Gefühlen und Gedanken zu Gott zu kommen. Wenn mir dann bewusstwird, dass Gott, da er allwissend ist, meine Gedanken bereits kennt, bevor ich sie überhaupt gedacht habe, hilft mir diese Erkenntnis dabei, diese Scham zu überwinden. Laut Psalm 139,1-4 kennt Gott mich durch und durch und wird daher auch verstehen, wenn ich einen Fehler mache. Er kennt meine Beweggründe dafür und er kennt den Weg, der mich dorthin gebracht hat. Ich kann mich ihm in allem anvertrauen und ihn um Vergebung bitten.

Diese Welt lässt Gerechtigkeit oft vermissen. Menschen erleben grauenvolle Dinge und handeln erbarmungslos gegeneinander. Wie die Gerechtigkeit Gottes auch beschaffen sein mag, ich muss es nicht verstehen, um ihm mein volles Vertrauen zu schenken, da er allein den Überblick behält. Der Gedanke, dass Gott alles, auch Verborgenes, sieht (Hebräer 4,13) tröstet mich und schenkt mir Zuversicht. Die in Hiob 37,16 formulierte Frage kann ich nur verneinen. Ich verstehe nicht die Wunderwerke Gottes und die mannigfaltigen Einzelheiten seiner Schöpfung. Hiobs Worte „Herr, ich kannte dich nur vom Hörensagen, jetzt aber habe ich dich mit eigenen Augen gesehen! Darum widerrufe ich meine Worte, ich bereue in Staub und Asche!“ (Hiob 42,5f.) zeigen, dass die Offenbarung von Gottes Größe zu Demut führt. Kein Mensch kann die Schöpfung je ganz begreifen. Gott ist höher als alles in der Welt.

Um Gottes ewige Existenz und seine weiteren Attribute, unveränderlich, allmächtig, allgegenwärtig und allwissend, zu wissen, ersetzt keine persönliche Beziehung zu Gott. Mein Gebet ist und bleibt, Gott in seinen Facetten und Eigenschaften besser kennen lernen zu dürfen. Je mehr ich von ihm erfahre und mit ihm erlebe, desto mehr bin ich in der Lage ihm zu vertrauen und immer weitere Bereiche meines Lebens seiner vollständigen Führung zu überlassen. Dabei verlasse ich mich auf das Versprechen, das Gott mir in Philipper 1,6 gibt: „Ich bin ganz sicher, dass Gott sein gutes Werk, das er bei euch begonnen hat, zu Ende führen wird, bis zu dem Tag, an dem Jesus Christus kommt.“ (HFA)

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